Das gesamte Festivalprogramm des ersten African Book Festival Berlin wird auf dieser Seite sukzessive veröffentlicht. Schauen Sie auch gerne unsere aktuelle Gästeliste an.


DONNERSTAG, 26. APRIL 2018
Runder Tisch :“Writing in Migration”
– Führende afrikanische Schriftsteller*innen diskutieren Migration als persönliche Erfahrung und Thema in der Literatur.

Donnerstag 26.04.2018
16:00-18:00 Uhr
Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Chika Unigwe

Jude Dibia
Yewande Omotoso
Moderation: Olumide Popoola

Migration ist das europäische Schlagwort unserer Tage. Gleichzeitig ist das In-Bewegung-Bleiben im Sinne des Fortschritts als Metapher für den Menschen so alt wie das menschliche Dasein selbst. Wie gehen Schriftsteller*innen mit Veränderungen um, die mit neuen Lebensmittelpunkten einhergehen? Was lassen sie hinter sich bei einem – erzwungenen oder freiwilligen – Schritt in die Fremde? Wie finden der „falsche“ Ort, die „falsche“ Sprache Eingang in die literarische Arbeit, wenn der eigene Ausdruck erst wieder neu erlernt werden muss?

Die Autorin und Kuratorin des Festivals, Olumide Popoola, lädt drei preisgekrönte Schriftsteller*innen zur Eröffnung zu einem Runden Tisch ein, um über persönliche Erfahrungen und neue Perspektiven auf Migration durch Literatur zu diskutieren.


FREITAG, 27. APRIL 2018
Die Kompaktversion – Renaissance der Kurzgeschichte
©Emily Baxter

Freitag 27.04.2018
14:30-16:00 Uhr
Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Lesley Nneka Arimah

Igoni Barrett
Henrietta Rose-Innes
Moderation: Jörg Petzold (Flux FM)

Kurzgeschichten erfreuen sich international größerer Aufmerksamkeit als in Deutschland. Das Genre bietet Autor*innen einzigartige Möglichkeiten. Als literarische Schnappschüsse zeigen Kurzgeschichten eine Tiefe, die im Vergleich zu anderen literarischen Formen wenig Platz braucht. Kurzgeschichten sind voller Überraschungen, nachhaltig effektvoll und können Leser*innen schlichtweg von den Füßen hauen. Drei der bekanntesten und mehrfach preisgekrönten Kurzgeschichten-Autor*innen sprechen über diese kleinen Texte mit großer Wirkung.


Immer in Bewegung – Afrikanische Identität & afrikanisches Schreiben?

Freitag 27.04.2018
17:00-18:30 Uhr
Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Leye Adenle
Clementine Burnley
Romeo Oriogun
Moderation: Sarah Ladipo Manyika

Überholt sind die Ideen einer homogenen Tradition. Oder doch nicht? Wie gehen Schriftsteller*innen mit konstanten Veränderungen des Umfelds um, mit Wandel und Identität? Gibt es eine Verbundenheit mit Tradition und einen Wunsch nach Authentizität, „afrikanischer Identität“ etwa? Wie wird Identität geformt? Wie entstehen neue, literarische Visionen?


Zwischen Mythos und Trauma– Wie schreiben Autor*innen über das Unaussprechliche?

Freitag 27.04.2018
18:30-20:00 Uhr
Kino 2
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Brian Chikwava
Chinelo Okparanta
Michael Goetting
Ayobami Adebayo
Moderation: Arlette-Louise Ndakoze

© Ayotola

Vier führende Schriftsteller*innen sprechen über den Umgang mit Trauma, Mythen und Fabeln sowie das Schreiben über diesbezüglich unterschiedliche Wahrnehmungen. Welche Funktionen erfüllen der mythische Ort, das Unerklärliche? Welchen Einfluss und Zusammenhang gibt es zum jeweiligen Umgang mit Traumata? Wie schwierig ist es, über das Unaussprechliche und das Unsichtbare zu schreiben?


Poesie & Spoken Word

Freitag 27.04.2018
20:30-22:00 Uhr

Kino 2
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Performing Artists:
Linda Gabriel

Romeo Oriogun
Musa Okwonga
Nick Makoha
Moderation/Host: Maroula Blades

Dichter sind die Geschichtsschreiber unserer Zeit, manchmal (an)klagend, manchmal lobend, berühren sie uns mit ihren Stimmen, die amüsant, freudig, aber auch traurig sein können. Hier treffen vier herausragende Stars der afrikanischen Poesie aufeinander und bieten einen  facettenreichen Abend des gesprochenen Worts, jenseits deutschen Alltags.


SAMSTAG, 28. APRIL 2018
Akzente setzen, Debatten gestalten. Wie viel Einfluss haben Literaturschaffende?

Samstag, 28.04.2018
11:00-12:30 Uhr
Kino 2
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Bibi Bakare-Yusuf (Cassava Republic Press)
Anita Djafari (Litprom)
Zukiswa Wanner (Autorin)
Moderation: Sharmaine Lovegrove

Es sind spannende Zeiten für die Literatur aus Afrika. Autor*innen und die Suche nach ihnen waren nie vielseitiger, nie wagemutiger. Kleinere Verlage und Literaturinitiativen eröffnen neue Räume für Werke, die mit den fixen Ideen, was „afrikanisches“ Schreiben sei und was es kann, brechen. Blicken afrikanische Herausgeber*innen, Verleger*innen, Kurator*innen und Förderer der Literatur in Richtung Europa und USA oder etablieren sie einen kompromisslosen und unabhängigen afrikanischen Markt? Wie reagiert der deutsche Buchmarkt? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Schreiben auf dem Kontinent und in der Diaspora? Welche Visionen für die Zukunft des Buchmarktes in und aus Afrika gibt es?


Eine Frage der Sprache – Literatur im Kontext des kolonialen Erbes

Samstag, 28.04.2018
12:30-14:00 Uhr
Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
JJ Bola

Helon Habila
Bernardine Evaristo
Moderation: Abdilatif Abdalla

Ngũgĩ wa Thiong’o stellte 1986 die Frage wie afrikanische Schriftsteller je dem erbarmungslosen kolonialen Griff entkommen könnten, wenn sie weiterhin in der Sprache ihrer Kolonisator*innen schrieben. Bis heute ist dieses Thema umstritten. Es scheint keine universelle Wahrheit oder Lösung möglich, schon deshalb, da es keine essentielle „afrikanische Identität“ gibt. Aber wie gehen Schriftsteller*innen mit dieser Frage im Jahr 2018 um? Drei preisgekrönte Autor*innen  diskutieren über die Frage welche Möglichkeiten Sprache bietet, wie sie geformt und ggf. genutzt werden kann, koloniales Erbe zu überwinden.


Dekolonisierung des Denkens

Samstag, 28.04.2018
14:00-15:30 Uhr
Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Mũkoma wa Ngũgĩ
Minna Salami
Moderation: Andreas Bohne
(Rosa-Luxemburg-Stiftung, Afrikareferat)

Ngũgĩ wa Thiong’o zählt zu den wichtigsten Schriftstellern Afrikas. In seiner Essay-Sammlung Decolonising the Mind (Heinemann Educ Books) aus dem Jahr 1986 analysiert er die geistigen Folgen des europäischen Kolonialismus, der Unterdrückung der Sprachen Afrikas und die damit einhergehende Zerstörung der Kulturen. Wie beeinflussen Europas Sprachen, der europäische Blick auf Geschichte und Gegenwart das Selbstverständnis vieler Afrikaner*innen bis heute? Wie aktuell ist also Ngũgĩ wa Thiong’os Forderung nach einer Befreiung von kolonialen Herrschafts- und Denkstrukturen mithilfe „afrikanischer Sprache“? Darüber sprechen Mũkoma wa Ngũgĩ, Schriftsteller und Verfasser eines Schlagwortes in der kürzlich erschienenen deutschen Ausgabe von Dekolonisierung des Denkens (Unrast, 2017. Hrsg. stimmenafrikas/Allerweltshaus Köln e.V. & Afrika Kooperative Münster e.V.) und Minna Salami, feministische Publizistin und Betreiberin des Blogs MsAfropolitan. Moderation: Andreas Bohne (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

In Zusammenarbeit mit


Frauen gestalten. Das F-Wort im literarischen Raum
© Courtesy of Bobby Pall for Footprints Press Ltd Samstag, 28.04.2018
15:30-17:00 Uhr

Kino 1
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Yvonne Owuor
Jessica Horn
Chika Unigwe
Moderation: Zukiswa Wanner

Nicht erst seit Chimamanda Ngozi Adichie die Selbstbezeichnung „Feministin“ populär gemacht hat, ist das F-Wort ist in der Literatur aus Afrika und unter Buchliebhaber*innen heiß debattiert und umkämpft. Manche behaupten, es sei nicht relevant für die Frauen aus Afrika, eher ein westlicher Import. Gibt es so etwas wie eine gemeinsame aktuelle afrikanisch-feministische Perspektive überhaupt? Wie zeigt sich diese in der Literatur? Wie lassen weibliche Autorinnen heute die Freuden und Belastungen durch den Feminismus in ihre Arbeit einfließen. Darüber diskutieren vier der bekanntesten und mehrfach ausgezeichneten Autorinnen Afrikas.


Die Vergangenheit ist gegenwärtig 

Samstag, 28.04.2018
17:00-18:30 Uhr
Kino 2
Eintritt: € 8,- (erm. € 6,-)

Gäste:
Jennifer Nansubuga Makumbi
Sarah Ladipo Manyika
Niq Mhlongo
Chris Abani
Moderation: Elnathan John

Beim Schreiben historischer Geschichten sehen sich Schriftsteller*innen vielerlei Fragen ausgesetzt, manchmal sogar Hindernissen. Geschichte ist nicht immer so faktenbasiert und universal wie allgemein angenommen wird. Was bekannt ist und was aus vergangenen Zeiten wieder ans Licht kommt, hängt von den Fragen ab, die wir stellen und von den Orten an denen wir die Antworten suchen. Wie gehen Autor*innen mit Geschichte in ihrem Scheiben um? Was ist ihre Motivation? Geht es darum, historischen Figuren eine Stimme zu verleihen oder vergessene Geschichten wieder auszugraben? Sollen vergangene Zeiten wiederaufleben, um das Gegenwärtige zu verstehen? Welche Strategien gibt es, das lang Vergangene zu imaginieren und dabei doch bei der „Wahrheit“ zu bleiben? Es diskutieren vier Autor*innen von vielfach diskutierten und ausgezeichneten historischen Romanen.


You Think You Know Me – A Play

Samstag, 28.04.2018
18:30-19:30 Uhr
Kino 1
Eintritt: 1
0,- €

 

 

 

 

 

Written and performed by Linda Gabriel
Directed by Zaza Muchemwa

You Think You Know Me, is a gripping one woman play that revolves around the life of one sex worker called Netsy. Through narratives of her life the audience is allowed into many avenues of other sex workers and men who have been in Netsy’s company. Penned and performed by Linda Gabriel the play interrogates controversial themes of transactional sex, religion and other related issues that include Sexual and Reproductive Health, HIV/AIDS, Child Labour, Forced Child Marriages, Rape, Corruption, Livelihood, Unemployment, Migration, Discrimination. The play is an adaptation from Linda Gabriel’s poem, ‘Sins of our Mothers’ in which a child chronicles what the mother had to endure for the betterment of the child’s life. This time it is no longer the voice of the child but that of the mother asking the world, ‘You Think You Know Me?`

How much do we know about sex work besides judging it on moral grounds? Women in the Avenues, streets or at organized lodges and some flats, do they engage in it for personal fulfillment or to fend for a whole chain of beneficiaries? “To engage in transactional sex is like going to war. They will be sacrificing for something to happen.” The play leaves you asking yourself whether you know sex workers fully or you are obsessed by the stereotypes you grew up with about transactional sex work.

Linda Gabriel is one of the most exciting performance poets to emerge out of Zimbabwe and one of the few female members of the House of Hunger Poetry Slam in Harare und Johannesburg. A University Of Witwatersrand Johannesburg graduate the 30-year-old powerful orator has been hooked on performance poetry since high school and has since participated in major literary events in Zimbabwe, the rest of southern Africa and Europe. Mostly her work celebrates womanhood and its challenges. Belonging to the so-called born free generation, she uses the stage to tell untold stories and address taboo matters, which reflect a society facing political repression and economic crisis.

 


Abschlussfeier & Konzert 

Samstag, 28. April 2018
20.00-21.30
Kino 1
Eintritt: 1
0,- €

BBXO (Brixtonboogie x Okwonga) sind Musa Okwoga und Kriz Kreuzer, die ihre einzigartigen Styles in der Musik und Poesie zusammenführen. Brixtonboogies Instrumentals sind ein abwechslungsreicher Mix aus Blues, Soul und elektronischer Musik, welche den perfekten Hintergrund für die gesprochen und teilweise gesungenen Texte von Okwonga bilden. Der basslastige, zugängliche Sound ist drängend und leidenschaftlich. BBXOs Songs benennen auf kraftvolle Weise urbane soziopolitische Themen des sich Abmühens, der Liebe und der Freundschaft. Ihre Tracks rangieren zwischen Soul bis Dancehall, von Blues bis Grime bis Pop und passen zu fast jeder Stimmungslage: der späten Nachmittagseuphorie eines Sommerfestivals, dem ruhigen Nachmittag zu Hause, einer einsamen und hoffnungsvollen Zugfahrt auf zu neuen Abenteuern.

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